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Letzte Änderung:
07.02.17

 

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Die »Große Reise« durch Alberta/Kanada

Ende August war es soweit, mein Flieger geht über London nach Edmonton. Dort wartet schon ein Leihwagen am Flughafen auf mich. Da der Flug anstrengend war, übernachte ich erst einmal in Edmonton. Am nächsten Tag stehe ich mit meinem Dodge Carragen, zum ersten Mal vor einer Fahrt, von 650 Kilometern Richtung Norden. Meine erste Schulung sollte in Fahler im Trockengebiet von Alberta stattfinden. Die Abreife des Getreides, auf meiner Fahrt von Edmonton nach Fahler, war sehr unterschiedlich.

Am 22. August waren Hafer, Gerste, Weizen und Raps noch grün. An eine Ernte war noch nicht zu denken. Die Aussaat konnte erst Ende Mai, Anfang Juni Stattfinden. In normalen Jahren beginnt die Ernte im Süden Mitte August und endet Mitte bis Ende September.

In diesem Jahr war alles anders, berichten mir die Kanadier.

Falher: Sommerraps in Monokultur

Sechshundert Kilometer nördlich im Bereich Falher (die Stadt hat ca. 1000 Einwohner) wurde bei meiner Ankunft mit dem Weizendrusch begonnen. Auch der Raps wurde schon ins Schwad gelegt. In dieser Region werden 80% der Anbauflächen mit Sommerraps in Monokultur bestellt. Die Fruchtfolge, wurde mir mitgeteilt, sei Raps, Schnee und Raps.

In dieser Fruchtfolge sehe ich die Gefahr von Krankheiten, aber die Farmer erzählten mir, sie denken erst mal nur an den Profit. Was später einmal sei, ist nicht in Ihrem Interesse.

Ich musste feststellen, dass die Farmer nicht an Ihrer Scholle hängen. Jeder Farmer ist sich selbst der nächste, selbst in der Familie wird nicht generationsübergreifend gearbeitet. Nach mir die Sintflut. So konnte ich mir dann auch an der Straße, die vielen Schilder Land zu verkaufen erklären. Wenn ein Farmer die Altersgrenze erreicht, verkauft er sein Land und die Maschinen in einer Versteigerung. Meist bauen die Kanadier in Ihrem Leben mehrere Häuser. Auch die Häuser werden verkauft wie bei uns ein Auto.

Alte Maschinen werden auf Flächen abgestellt. Die Landmaschinenhändler nehmen keine älteren Maschinen in Zahlung. So fiel mir auf, dass jeder Landwirt seinen privaten Schrottplatz unterhielt. Viele alte Maschinen stehen aber auch jahrelang an der Straße zum Verkauf.

In Falher schulte ich 10 Farmer aus dem Umkreis von ca. 150 Kilometern. Die meist gekaufte Maschine in dieser Region war ein Axialfluss von Case. Normalerweise werden in Alberta eher John Deere Maschinen gekauft. Die John Deere Mähdrescher sind anders aufgebaut als in Europa. Die Maschinen sind nur für Bohnen, Erbsen und Mais gebaut. Mit Getreide haben alle Baureihen in Amerika starke Probleme. Das Hauptproblem sind unausgedroschene Ähren im Korntank. Dies ist auf ungleichmäßigen Gutfluss und den falschen Dreschwerksaufbau zurückzuführen.

Manning: Problem Gummibandschneidwerke

Mein nächstes Ziel war Manning. Am Abend der Schulung in Fahler musste ich noch 430 Kilometer zum nächsten Hotel zurücklegen. Die Schulung in Manning war zuerst einmal eine Enttäuschung. Von 11 Teilnehmern waren nur 5 zur vereinbarten Zeit am Schulungsort. Nach 45 Minuten kamen dann noch zwei Nachzügler. Die anderen blieben ohne Abmeldung der Schulung fern. An diese kanadischen Gepflogenheiten würde ich mich noch gewöhnen.

Die Schulung fand dann nach einigen organisatorischen Problemen an einem Lexion 470 statt. Da die meisten Teilnehmer, aber John Deere Drescher hatten, war die Schulung ein hartes Stück Arbeit.

Am Abend wurde ich dann noch zum Abendessen, beim Vorsitzenden des Arbeitskreises in dieser Region eingeladen. Er erzählte mir, das in dieser Region die ersten Betriebe, schon seit mehreren Jahren Raps, aus dem Stand dreschen. Dies ist in Kanada schon sehr ungewöhnlich.

Bei Gesprächen mit Farmern kamen immer dieselben Argumente für Schwaddrusch und gegen Standrusch. Das Hauptproblem sind die falschen Schneidwerke. Die Kanadier favorisieren Gummiband Schneidwerke z.B. von Honey Bee, MacDon oder John Deere. Sie kennen keine Tischverlängerung oder Varioschneidwerke.

Bei Tests mit diesen Schneidwerken musste ich leider Feststellen, dass diese, die Hauptursache für die schlechten Leistungen der kanadischen Mähdrescher sind. Der Gutfluss in der Maschine ist durch die Zuführung mit den Gummibändern:

  • Ungleichmäßig
  • Die Ähren kommen zum Teil falsch ins Dreschwerk
  • Halmteiler sind entweder schlecht konstruiert oder nicht Einstellbar (Haufenbildung)
  • Die Messerbalken haben den falschen Schnittwinkel und schlechte Finger
  • Das Stroh liegt im Einzugsschacht kreuz und Quer

Schneckenschneidwerke waren zum größten Teil schon über 20 Jahre und in sehr schlechtem Zustand. Die Messerbalken waren stark verschlissen, die Schnecken stark verbeult und unwuchtig. Mit beiden kann man keinen Raps dreschen.

Fazit: Wer hohe Leistungen und wenig Verluste beim Rapsdrusch haben will, muss auch in Kanada in Zukunft Variotische oder eine Tischverlängerung kaufen. Die so genannten Gummibandschneidwerke haben in Modernen Betrieben ausgedient.

Meine Empfehlung lautet: Niemals ein Gummibandschneidwerk kaufen Kunden die mich schon kennen, wissen, was niemals bedeutet.

Aber nun zurück zur Reise.

Fort Vermillion: Freiluftwerkstatt und Erbsendrusch

In der Nacht musste ich nochmals 380 Kilometer Richtung Norden, um meine Kontaktperson zu treffen. Ich traf gegen 1 Uhr Nachts in Fort Vermillion ein und wurde schon erwartet. Mittlerweile habe ich somit meine ersten 1500 Kilometer zurückgelegt. Es sollten aber nicht die letzten sein.

Am nächsten Tag, nach einem ausgiebigen Frühstück, schaute ich mir als erstes den Neuen Mähdrescher meines Freundes an. Er hatte sich auf meine Empfehlung hin einen Lexion 480 R mit 10,5 Meter Varioschneidwerk gekauft. Stolz präsentierte er mir seine Errungenschaft. Errungenschaft deshalb, weil er diese Maschine in den USA in Ohio gefunden hatte. Eine Maschine mit denselben Stunden, hätte in Kanada bedeutend mehr gekostet. Das Schneidwerk hatte er in Sasketchwan gefunden. Somit sind beide Maschinen tausende Kilometer transportiert worden.

Nachdem ich die Maschine begutachtet hatte, kam die Ernüchterung. Die Maschine hatte in Amerika einen kapitalen Schaden am Dreschwerk und Schacht erlitten. Außerdem waren im Siebkasten Maissiebe zu finden.

Nach zwei Tagen Freiluftwerkstatt, war die Maschine vorerst einsatzbereit. In dieser nördlichsten Ackerbauregion der Welt, waren die Erbsen und der Raps viel weiter als im Süden. Somit konnten wir nach 2 Regentagen am ersten Sonntag meines Aufenthaltes mit dem Lexion erstmals in den Einsatz.

Die Erbsen hatten nach Handdrusch 18%. Die meisten Farmer im Norden können Ihre Silos mit Luft und Wärme durchfluten. Somit nutzen Sie die Möglichkeit, mit höheren Feuchtigkeiten zu dreschen.

Nach anfänglichen kleinen Problemen, lief der Drescher in den Abendstunden viel besser als es mein Freund gewohnt war. Die Leistung war schon am ersten Tag doppelt so hoch wie früher. Wir hatten aber mit dem Aufschieben von Erde Probleme. Dies ist auf die schlecht verrottete Mulchschicht im Oberboden zurückzuführen. In Kanada wird meistens Mulchsaat praktiziert.

Die Verluste über die Siebe und Rotoren waren unter 0,3 % angesiedelt. Schneidwerksverluste waren weniger als in den Vorjahren, aber meist nicht zu vermeiden.

In den nächsten Tagen standen noch zwei Schulungen in dieser nördlichen Region an. Bei der ersten Schulung waren 11 Teilnehmern angemeldet erschienen sind aber nur Vier. Dafür kam ein Teilnehmer extra aus der Region Edmonton. Er war 1450 Kilometer angereist, um Teilzunehmen. Dies fand ich sehr beachtlich.

In der Schulung hatten wir einen Do 108 von Claas. Der Mähdrescher gehörte meinem Freund und war noch nicht nach meinen Maßgaben voreingestellt. Somit hatten wir ein gutes Negativbeispiel als Anschauungsobjekt.

Die Teilnehmer, welche nicht erschienen sind, waren leider beim Erbsendrusch. Schade, nach der Schulung hätten Sie auch bei den Erbsen eine höhere Leistung und weniger Verluste verwirklichen können. Später sollte sich rausstellen, dass diese Farmer in Ihrer Region die Ernte als Letzte beenden. Ich denke Sie werden schon bereuen nicht teilgenommen zu haben.

Bei der nächsten Schulung kam wieder eine Überraschung. Drei Teilnehmer kannte ich schon von meiner Ersten Reise im März. Es hatten Ihnen so gut gefallen, das Sie ein zweites Mal teilnehmen wollten. Am Abend der Schulung haben Sie mir dann bestätigt, nun sei Ihnen vieles klar. Sie hatten vormals nie verstanden, wie die Organe in den Maschinen funktionieren. Auch bei diesen Kunden kam später eine positive Rückmeldung.

Leistung bis zu 50% höher, Verluste sehr gering, Kunden zufrieden.

Nun wartete ich auf Erntewetter, um den Farmern mein System zu demonstrieren. Leider war das Wetter genauso durchwachsen wie in Deutschland. Also nutzte ich die Zeit um Land und Leute besser kennen zu lernen.

Killam: Neue Saattechnik

In der ersten Septemberwoche standen nun noch zwei Schulungen an. Diese waren Aufgrund meiner Märztour von einem Teilnehmer organisiert worden. Jetzt war wieder Kilometerfressen angesagt. Die Schulungen waren in Zentral Alberta, es lagen wieder über 1200 Kilometer vor mir. Ich plante zwei Tage anreise und hatte dadurch keinen Zeitdruck. Am ersten Tag schaffte ich es bis Edmonton. Am zweiten Tag machte ich einen Abstecher nach Camrose. Ein schönes kleines Städtchen, mit vielen Geschäften.

Da ich noch Zeit hatte kaufte ich einige Mitbringsel und aß zu Mittag. Am Nachmittag erreichte ich die Region um Killam. Ich nahm Kontakt zu dem Vorsitzenden des Arbeitskreises auf. Dieser lud mich ein, zu einer Feldbesichtigung seiner Kulturen.

Dieser Farmer hatte eine neue Technik bei der Saat ausprobiert. Man konnte seine Kulturen schon von weiten zuordnen. Seine Erträge waren bedeutend höher als die der Nachbarn.

Er hatte sich eine neue Saattechnik angeschafft. Der gesamte Dünger wird bei seiner Maschine neben die Satt gelegt. Er berichtete, seine Bestände seien schon im Frühjahr, bis zu 10 Tage weiter entwickelt als vorher. Diesen Wachstumsvorsprung nutzt die Pflanze für bedeutend höhere Erträge. Außerdem baut er seit einiger Zeit nur noch einen Grannenweizen an. Dieser lässt sich bedeutend besser dreschen als die anderen Sorten. Somit kamen wir zu dem Schluss, dass die Sorten große Probleme beim Drusch begünstigen. Damit ist festzustellen: die Züchter weltweit beachten die Dreschbarkeit zu wenig. Was hilft den Farmern und Landwirten ein züchterischer Fortschritt in Richtung Ertrag, wenn die Verluste beim Dreschen zu hoch sind. Oder die Kapazität des Mähdreschers nur halb genutzt werden kann.

Dieser Farmer war, nicht nur beim Ackerbau anders als seine Kollegen in dieser Region. Nein auch seine Mähdrescherfarbe war eine andere. Er war stolzer Besitzer eines New Holland CR 9080. Obwohl sein Schwiegersohn bei John Deere am Ort arbeitet. Seine älteste Tochter fährt diesen Mähdrescher mit großer Passion. Alle Nachbarn können nicht verstehen warum er nicht den kanadischen Marktführer kauft. Alle Mähdrescher die nicht dunkelgrün und teuer sind, können nicht gut sein. John Deere Marketing lässt grüßen! Die teuersten Mähdrescher sind somit mit ca. 400000 Dollar die JD STS. Es sind aber auch die, mit der schlechtesten Arbeit auf dem Feld Getreide; Raps).

Bei der Schulung, welche, sehr gut organisiert war. Standen mir 4 verschiedene Mähdrescher zur Verfügung. Ein John Deere T 670 neu, ein JD 7720 alt, ein 9020 Case und ein CR9090 von New Holland. Da die Teilnehmer die Unterschiede aller Fabrikate kennen lernen wollten, dauerte die Schulung mehr als 12 Stunden. An diesem Abend war ich total ausgepowert und wollte nur noch in Bett.

Am nächsten Tag folgte eine kleinere Gruppe meinen Ausführungen und somit waren wir 2 Stunden schneller. Der Farmer in dessen Hangar wir die Schulung durchführten, hatte 2 Flugzeuge. Mit dem einen flog er zu Veranstaltungen und Nachbarn, mit dem anderen führte er Lohnspritzungen durch. Die Farmer in dieser Region sind innovativer als in anderen Region. Der Flächenbesatz war auch bedeutend höher. Die Farmer hatten meist mehrere tausend Acre (1 Ha - 2,5 Acre).

Peace River

Am nächsten Tag trat ich erneut den langen Weg nach Fort Vermillion an. Diesmal nahm ich die östliche Route Richtung Norden, was sich am Mittag als Fehler herausstellte. Ein Kunde nordwestlich von Edmonton wünschte eine Begutachtung seines New Holland TX 67 Plus. Ich musste deshalb nun komplett von Ost nach West. Das kostete mich 2 Stunden. Nach zwei Telefonaten, bezüglich des Weges, traf ich auf der Farm ein. Alle Wegbeschreibungen der Leute sind in Meilen und Himmelsrichtungen, obwohl die Autos und die Schilder Kilometer ausweisen. Dies erforderte von mir einige Umrechnungen um die Distanzen besser abschätzen zu können.

Nach zweieinhalb Stunden Kurzschulung an seiner Maschine, wurde ich zum Kaffee eingeladen. Um 18 Uhr wollte ich nun aufbrechen und die letzten 800 Kilometer beginnen. Aber am Auto wurde 2 Stunden über Landwirtschaft, Weltwirtschaft und Familie gesprochen.

Als ich dann doch startete, kam bereits die Dämmerung. Ich hatte mir vorgenommen bis nach Peace River zu fahren. Ca. 250 Kilometer in stockdunkler Nacht. Fahren in der Nacht ist sehr gefährlich. In Alberta gibt es Hirsche, Antilopen, Elche, Bisons, Schwarzbären und Wölfe. Auch am Tage bekommt man Bären und Wölfe zu Gesicht. Es ist ein Naturerlebnis der besonderen Art. Peace River ist eine größere Stadt (groß für Kanada) in einem Flusstal. Sie wurde nach dem größten Fluss dem Peace River benannt. Das Valley ist mit Gras und Flechten bewachsen bis zu diesem Ort gibt keine Wälder in Alberta. Die Wälder fangen ca. 50 Kilometer nördlich an. Die Landschaft südlich von Peace River kann man als Steppe bezeichnen. Im Norden sind große Flächen mit Mischwäldern zu finden. Auch in der Nähe der Rocky Mountains gibt’s Wald. Die Rockys liegen im Westen von Alberta. Bei klarem Wetter konnte ich die Berge in der Ferne sehen. An den Rockys liegt die Grenze zu British Columbia.

Endlich heil angekommen in Peace River, suchte ich mir ein Hotel. Die Hotels sind nicht zu vergleichen mit den europäischen. Erstens kostet eine Übernachtung im Schnitt 110-150 Dollar und der Standard ist nie besser als drei Sterne in Deutschland. Meistens ist ab 140 Dollar ein spartanisches Frühstück inklusive, aber nicht immer. Das Essen ist sowieso anders als bei uns. Das einzige was besser war als in Deutschland, waren die Steaks von Mark`s Restaurant in Fort Vermillion und die sauer eingelegte Wildgansbrust von der Frau  meines Freundes Manfred. Das andere Essen war genießbar aber nicht überwältigend. Aber ich war ja auch nicht zum Essen da.

Am nächsten Morgen telefonierte ich mit einem Schulungsteilnehmer, der auf meinem Weg wohnte. Er wollte am Nachmittag Weizen dreschen und bat mich vorbeizukommen. Der Kunde wohnte am Fuße von einem kleinen Mittelgebirge nordwestlich von Peace River.

Ich traf gegen Mittag ein und der Kunde lud mich zum Dinner ein. Nach dem Essen widmete ich mich seinen STS Mähdreschern. Als erstes stellte ich fest, dass die Dreschwerke in zwei Maschinen nicht richtig kalibriert waren. Des Weiteren waren die Maschinen voll mit Anbackungen vom Erbsendrusch. Nach dreistündiger Exkursion durch die Johnnys, wurde mir klar, warum dieser Kunde keine Chance auf hohe Leistung hatte. Auch seine werksneue Maschine war katastrophal ausgerüstet. Die Probleme, welche der Kunde im Weizen hatte, sind auf die falschen Körbe, Schlagleisten und das Gummibandschneidwerk zurückzuführen.

Nach umfangreichen Tests erkannte selbst der Kunde die fatalen technischen Fehler. Er bereute sofort den 3. STS in diesem Jahr angeschafft zu haben. Er rief umgehend seinen Händler an und verlangte Nachbesserung. Nach dem Abendessen gegen 22 Uhr verließ ich ohne dem Kunden helfen zu können den Betrieb. Meine Empfehlung für diesen Kunden, Dreschwerk umbauen und Schneckenschneidwerk anschaffen. In Zukunft besser die Farbe wechseln, am besten ein CAT oder New Holland.

Fort Vermillion, die zweite

In der Nacht gegen 2 Uhr kam ich in Fort Vermillion an. Mein Freund wartete noch auf mich und hörte sich gespannt meine Erlebnisse der letzten Woche an.

Am nächsten Tag konnten wir zum ersten Mal mit dem Lexion Raps aus dem Stand dreschen. Die nächsten Tage wurden täglich trockener, aber nachts hatten wir 2-3 Grad minus.

Der Rapsdrusch wurde mit 13,5 % Feuchte begonnen und endete mit 6 %. Die Leistung pendelte sich bei 50 ha in 8 Stunden ein und somit war der Rapsdrusch von 190 ha in 4 Tagen erledigt. Zum ersten Mal in seinem Leben, hat mein Freund, auf hofnahen Flächen, es nicht geschafft, mit zwei LKW den Raps wegzufahren. Er wird im nächsten Jahr einen Überladewagen anschaffen. Leider war der Weizen noch nicht reif, ich war mir aber trotzdem sicher, mein Freund würde auch hierbei gute Ergebnisse erreichen.

An den letzten Tagen im Norden besorgte ich mir noch eine Lizenz zum Angeln und Jagen. 2 Tage ging ich am Peace River angeln, dabei konnte meine Seele baumeln. Ich fing insgesamt vier Hechte und ein Goldauge. Ein Fisch war zu klein er durfte zurück in den Fluss. Nach diesem schönen Ausklang, wurde es Zeit mich Richtung Süden aufzumachen.

Calgary

Ein Tag vor meinem Abflug war noch eine Schulung südwestlich von Calgary angesetzt. Da ich diesmal an die 2000 Kilometer fahren musste, plante ich für meine Fahrt 3 Tage ein. Dies war auch nötig, da auf meiner Rückreise noch 2 Kunden wohnten.

Beide wünschten noch einen Besuch auf dem Feld. Das Ergebnis war leider auch bei den amerikanischen Schüttlermaschinen von JD nicht besser als bei den STS. Also war meine Empfehlung ähnlich wie bei dem STS Kunden.

Am 2. Tag übernachtete ich in Drumheller, ich kam erst spät in der Nacht an und fand ein billiges Hotel. Da ich nur 5 Stunden schlafen konnte, blieb ich. Das Hotel kostete unter 100 Dollar und war dreckig.

Die Schulung am nächsten Morgen sollte um 9 Uhr beginnen. Ich musste von Drumheller noch 220 Kilometer fahren, also startete ich schon um 6 Uhr. Ich schaffte die Strecke ohne Probleme in der Zeit und konnte noch einen kleinen Imbiss zu mir nehmen. Auf der gesamten Fahrt, sind mir drei Autos begegnet. Die Steppe dort wurde nur für Rinderzucht genutzt. Deshalb war auf 140 Kilometern kein Ort oder Haus zu sehen. Erst in der Nähe von Brooks begann das Beregnungsgebiet und damit intensiver Ackerbau.

Hier werden Sojabohnen, Luzerne, Gräser, Raps, Klee und Pfeffer angebaut. Kartoffeln und Gemüse gehören auch zur Fruchtfolge. Trotzdem waren der Weizenanbau und Raps die wichtigsten Einnahmequelle. Die Erträge in dieser Region sind auf Beregnungsflächen ca. doppelt so hoch wie auf Trockenland. Auch hier hatten einige Farmer schon erkannt, dass der Marktführer nicht die besten Maschinen hat. Demnach fand die Schulung an einem NH TF 98 und TX68 statt. Einige Teilnehmer kamen wieder von sehr weit her. Die andren Typen waren Lexion, MF Schüttler, JD Schüttler, somit wieder volles Programm.

Rodeo zum Ausklang

Auch dieser Tag ging schnell vorüber. Nun hatte ich noch einen Tag bevor ich fliege. Ich erfuhr im Hotel, das in Brooks ein Rodeo stattfand. Ich beschloss, mir auch dieses typisch kanadische Spektakel anzuschauen. Ich hatte noch nie so verrückte und fanatische Reiter gesehen. Alles in allem war auch das Rodeo sehr interessant.

Am letzten Tag fuhr ich nach Calgary zum Mittagessen und suchte mir anschließend ein gutes Hotel in der Nähe des Flughafens. Das Wetter hatte umgeschlagen, es regnete und schneite bei ca. 1 Grad. Es war so ungemütlich das ich den Rest des Tages im Hotel verbrachte.

Am nächsten Morgen Begann mein 15 Stunden dauernder Rückflug über Toronto.

Fazit:

Auch die Landwirtschaft in Kanada ist nicht so einfach, wie viele Europäer glauben.

Das Leben in der Wildnis ist sehr hart. Die Farmer sind noch mehr abhängig vom Wetter als wir. Eine Missernte ist häufiger als in Europa zu befürchten. Der Klimawandel ist auch im Norden Kanadas zu spüren. Obwohl in Kanada die Ausbildung der Farmer nur vom Vater zum Sohne ist, sind die Leute sehr engagiert »Neues« zu erlernen und auszuprobieren. Bei der Technik verlassen Sie sich jedoch zu sehr auf die Hersteller. Der Umdenkprozess muss langsam beginnen.

Die Lebensweise der Leute ist im Vergleich zu Europa viel entspannter. Die Hauptarbeitszeit der Farmer liegt zwischen April – September. Im Winter werden soziale Kontakte gepflegt.

Die Hilfsbereitschaft und die Freundlichkeit gegenüber Ausländern und Fremden sind beispiellos. Ich fühlte mich auf der gesamten Reise gut aufgehoben. Alles in allem war es eine unvergessliche Erfahrung. Die positiven Eindrücke überwogen!

 

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Ernten lernen

Artikel in »Neue Landwirtschaft« (Märzausgabe) als
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Mähdrusch geht besser

Artikel in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift
Acker+plus 12/2010 oder als
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Lesen oder Herunterladen.

Kaufberatung

Ab sofort biete ich marken- und typunabhängige Kaufbe-
ratung für Mähdrescher
.

Auf Schulungsreise in Kanada

Ein Reisebericht

Höchstleistungen Ernte 2010

Bestleistung im Bild.

Bericht in »profi«

Die Fachzeitschrift »profi« berichtet in ihrer Ausgabe
7/2010 über über die Arbeit des Mähdruschtrainers
Martin Reichelt (Seite 34).

Report in »The AG Canada.com network«

Consultant says we’re setting it wrong.

If you hired a custom harvester and saw him travelling at
eight miles per hour across your canola field while thre-
shing, would you race out there and throw yourself in
front of the combine to stop him? I suspect many far-
mers would. But if you hired Martin Reichelt that’s
exactly what you’d see. And he says his combine would
blow less grain out the back than any slow-moving machine.

Do you want more information, here is the complete
article...

Report in »EkoNiva news No.44 May 2015«
The corporate journal of the EkoNiva Company

Shortly before the beginning of the agricultural
season, the world - renowned advisor arrived at
EkoNiva to conduct a master class. He demonstrated
for the engineers and machine operators how to make
the combines work more efficiently.

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